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Greta und Lina Heine zählen zu den großen westfälischen Stabhochsprung-Hoffnungen

... 3,20 Meter, belegte damit in der letztjährigen westfälischen Bestenliste einen respektablen zweiten Rang und lag damit zwei Plätze vor ihrer Zwillingsschwester.

Obwohl beide im Wettkampf immer Konkurrentinnen sind, kommt keine Rivalität unter ihnen auf. "Mal liegt die eine vorn, mal die andere, aber wir gönnen uns gegenseitig die Erfolge und trösten uns auch gegenseitig, wenn es mal nicht so gut klappt“, sagen Greta und Lina übereinstimmend. Zwilling zu sein, hat für das Duo während eines Wettkampfs große Vorteile, denn sie können sich gegenseitig aufmuntern und haben immer ein Feedback.

Die beiden „Artistinnen der Luft“ fanden Gefallen am Stabhochsprung, bei dem innerhalb von Bruchteilen von Sekunden viele Bewegungsabläufe miteinander koordiniert werden müssen, vor vier Jahren, als Landestrainer Olaf Hilker eine Leichtathletik-AG am Gymnasium Horn- Bad Meinberg durchführte. "Mich fasziniert am Stabhochsprung, dass ihn nicht jeder macht, und dass diese Disziplin etwas Besonderes ist“, sagt Greta. Und auch Lina begeistert das Außergewöhnliche an den atemberaubenden Höhenflügen.

Bevor die sportbegeisterten Zwillinge, die manchmal die gleichen Gefühle und Gedankengänge haben, ihr Herz für den Stabhochsprung entdeckten, spielten sie mit großem Erfolg Tennis. Zudem waren sie seit ihrem fünften Lebensjahr auch schon in der Leichtathletik aktiv, in der sie ihre ersten sportlichen Erfahrungen im Laufen, Werfen und Springen sammelten. "Das war für uns eine hervorragende Grundlage für den Stabhochsprung, denn wir sind damals schon viel gelaufen und gesprungen“, betont Greta, und Mutter Julia Heine ergänzt: "Meine beiden Töchter waren schon immer sehr bewegungsfreudig. Vor allem unser Trampolin zuhause war heiß begehrt. Beide ließen schon früh ihr Bewegungstalent erkennen. Daher waren sie auch im Tennis recht erfolgreich."

Wer im Stabhochsprung, der zu den technisch anspruchsvollsten Disziplinen in der Leichtathletik zählt, hoch hinaus möchte, benötigt viel Talent, Fleiß, Disziplin und jede Menge Mut. Bei Greta und Lina Heine kommt hinzu, dass sie mit Olaf Hilker einen exzellenten Trainer haben, der unter anderem Desiree Singh zum U18-WM-Titel und Lilli Schnitzerling zur U20-Vize-Europameisterschaft führte.

Die mutigen Stabartistinnen stehen erst am Anfang ihrer Karriere. Olaf Hilker baut sie behutsam auf, sodass sie zurzeit auf   höchstens vier Einheiten in der Woche kommen. Schule und Sport können die beiden Neuntklässlerinnen noch gut miteinander verbinden. Mutter Julia Heine leistet dabei wichtige Chauffeur-Dienste nicht nur für ihre Zwillinge, sondern auch für ihre Tochter Emilie (13) und ihren Sohn Thilo (10), die sich ebenfalls dem Stabhochsprung verschrieben haben.

Da ist für die Stabi-Familie sehr viel Logistik gefragt und auch für Coach Olaf Hilker, der den Transport der Stäbe übernimmt. Je nach Höhe und Tagesform benötigen Greta und Lina jeweils bis zu fünf Stäbe pro Wettkampf.

Wegen des Coronavirus können die Zwillinge ihre Saisonvorbereitungen nicht wie geplant durchziehen. Trotz der außergewöhnlichen Bedingungen wollen sie sich fit halten und eventuell alternativ trainieren. Ihr großes Ziel in diesem Jahr bleiben weiterhin die Deutschen U16-Meisterschaften am 4./5. Juli in Bremen, für die sie sich beide bereits qualifiziert haben.

Auch wenn der Wettkampfbetrieb im DLV momentan ruht, geben sie die Hoffnung nicht auf, an diesen Titelkämpfen teilzunehmen."

Foto: Peter Middel